„Die Suche nach der Wahrheit“ – Ein Vortrag zwischen Lüge und Aufklärung

„Die Geschichte der Lügen um die Kernkraft ist so alt, wie die Kernkraft selbst“, startete Dr. Sebastian Pflugbeil seinen Vortrag und lud am 23. Mai mit dem Thema „Tschernobyl, Fukushima und Atomkraft in Deutschland – Die Suche nach der Wahrheit“ in den Vortragssaal der Hauptbibliothek Leipzigs. Der Zusatz dieses Titels kam nicht von ungefähr, denn was sich dem aufmerksamen Publikum bot, war eine Aneinanderreihung von Lügen aus offizieller Seite, die emsig über die Jahre hinweg von Herrn Pflugbeil zusammengetragen wurden. Es eröffnete sich eine zweite Perspektive auf die Welt, wie wir sie kennen oder gekannt geglaubt haben.

Physiker, Umweltschützer, Bürgerrechtler und Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. Sebastian Pflugbeil. (IPPNW)

Mit einem gewissen Unbehagen lauschte man der ruhigen, aber umso kräftigeren Stimme eines Mannes, der den sarkastischen Titel „einziger Oppositionelle in der DDR“ trägt. Denn wird über Atomkraft debattiert, waren die Lügen schon seit den 1960ern nicht fern. Es entsteht ein politisches Spannungsfeld, dessen Pol zur offenen Befürwortung der Atomkraft überwiegend dominiert. Wer Kernenergie kritisiert, macht sich zum Feind der Politiker und Ökonomen, heute nicht weniger als noch vor wenigen Jahrzehnten. Herr Pflugbeil als gestandener Physiker und Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. wählte den Weg der Aufklärung, setzte sich früh mit Kernenergiepolitik auseinander und war einer der Ersten, die sich offen mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 beschäftigen. So ist er bis heute einer der Wenigen die das Innere der Betonschutzhülle des Unglücksreaktors betraten.

Mit ernster Miene verriet er seine Trauer über das eigentliche Verbrechen der Kernkraft-Lobbyisten. Nicht nur das Spiel mit einer riskanten Hochtechnologie, sondern der Schaden an Natur und Lebewesen macht ihm zu schaffen. Kurz flackerte das Bild eines Kindes zu Anfang seiner Präsentation auf. Eine trauernde Mimik, ein geschorener Kopf und die Angst vor dem Ungewissen. Pflugbeil hielt inne, schaltete um und erklärte, die Begegnung mit an Leukämie (Blutkrebs) erkrankten Kindern sei Grund genug, seine Recherche und Aufklärungsarbeiten fortzusetzen.

Die Behandlung eines an Leukämie erkrankten Patienten in der Universitätsklinik Leipzig am 10. März 1989. (Copyright © Deutsches Bundesarchiv, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Auf der anderen Seite vertrauenerweckend formulierte Organisationen mit falscher Führung und profitgierigem Credo, ohne Rückgrat, ohne Skrupel. Die International Atomic Energy Agency (IAEO), das United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR), die World Association of Nuclear Operators (WANO) und selbst The International Project on the Health Effects of the Chernobyl Accident. Eine Liste ohne Ende, doch in ihrer Argumentation sind sie sich einig. Die Rede ist von Beschönigung, Verharmlosung und dreisten Lügen. Schon Eisenhower als ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1953–1961) wusste mit Atomkraft umzugehen und unterrichtete die zuständigen politischen Organe mit den Worten: „Haltet sie [das Volk] im Unklaren über Kernspaltung und Kernfusion.“

Der Lügenkanon nimmt kein Ende und sammelt sich nach Pflugbeils Worten zu einem Gemisch oberster Perversität. Zu seinen Favoriten zählen zwei Zitate von japanischer Seite, vor und nach dem Unglück von Fukushima: „Strahlenschäden kommen nicht zu Menschen, die glücklich sind und lächeln. Sie kommen zu Leuten, die verzagt sind.“ Das Volk leidet an Strahlenphobie, denn von offizieller Seite gibt es kaum bis keine eindeutigen Beweise für tödliche Erkrankungen im Zuge von Reaktorunglücken und atomaren Experimenten. „Der Unfall von Fukushima ist ein Beweis dafür, wie sicher Atomkraftwerke sind.“ Der Gipfel der Verharmlosung.

Der Tschernobyl Reaktor Nummer 4, aufgenommen am 18. September 2006. (Copyright © Carl Montgomery, Lizenz: CC BY 2.0)

Beweise gibt es viele, doch werden diese emsig unter Verschluss gehalten. Pflugbeil präsentierte Statistiken über Statistiken zur Häufigkeit der Strahlenschäden, sortierte sie nach Alter und Generation und verdeutlichte die Kontamination der betroffenen Gebiete. Laut offiziellen Angaben sei die Region um Tschernobyl in wenigen Jahrzehnten wieder begehbar. Dass es sich um Jahrtausende handelt, darüber lässt man die Öffentlichkeit im Unklaren. Seit dem Reaktorunfall erreichte die Erkrankung an Strahlenschäden beunruhigende Werte, nicht nur im Kreise der Ukraine, sondern auch in Deutschland. Ein doppeltes Spiel für wissenschaftliche Forschungen: Wer sich an die Öffentlichkeit wendet, riskiert die eigene Karriere. Auch Universitäten müssen sich den Interessen von Politik und Wirtschaft beugen, wenn es um Anträge auf Drittmittel zur Finanzierung von Forschung und Lehre geht. Abhängig von finanziellen Mitteln fügten sich in der Vergangenheit selbst renommierte Wissenschaftler den Richtlinien der Industrie.

Für Sebastian Pflugbeil sprechen die Statistiken: Die abnehmende Tendenz der gesunden Bevölkerung um Tschernobyl, die Häufigkeit von Mutationen, die Verbreitung psychologischer Störungen im Kindesalter und abnormale Zahlen von Totgeburten und Abtreibungen mit hoher Dunkelziffer – europaweit. Selbst provisorische Endlagerstätten wie Gorleben werden in der Recherche untersucht und weisen ähnliche Anomalien auf. So verkündet Pflugbeil die erschütternde These, bereits im Umkreis von Kernkraftwerken im Normalbetrieb liefern die Daten erhöhte Zahlen zu Erkrankungen in Folge von Strahlenschäden.

Seit 2011 weist Japan ein ähnliches Bild auf, auch wenn die Größe der kontaminierten Fläche weitaus kleiner ausfällt, als Tschernobyl. International auf sich aufmerksam macht jedoch nicht die Kontamination, sondern die über 1000 gelagerten Brennstäbe des Reaktorblocks vier. Ein erneutes Erdbeben, ein weiterer Tsunami könnte die Trümmerfestung samt Kühlbecken zum Absturz bringen. Schon jetzt zieren Risse die einst massive Konstruktion des Beckens. Im schlimmsten Falle erlebt Japan ein weiteres Unglück, dass dem von 2011 in nichts nachsteht. Mit der Zerstörung der Brennstäbe wird eine Menge an radioaktiven Partikeln frei, die Teile Tokios zur Evakuierung zwingen würden. Ein unmögliches Unterfangen. Deutschland hat keine bessere Ausgangslage vorzuweisen. Wie aus einem Gutachten der Strahlenschutzkommission hervorgeht, sei die Bundesrepublik im Falle einer Nuklearkatastrophe in keinem Maße vorbereitet. Doch mindestens mit der Verantwortung sollte es in Deutschland ja wesentlich günstiger laufen, als bei unseren japanischen Freunden⸮

Eine Übersicht der aktiven und stillgelegten Kernkraftwerke in Deutschland – Stand 2011. (Copyright © Lencer, Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Sebastian Pflugbeil nutzt zum Abschluss seines Vortrags ein Zitat aus Bertolt Brechts „Leben des Galilei“, das auch wir hierfür nutzen möchten. Brecht befand sich während seiner Arbeit an dem Theaterstück im dänischen Exil, während in Deutschland Forschungen in der Kernphysik ihren Höhepunkt fanden. Mit einer ins Englische übersetzten Version nach den Atombombenabwürfen auf Japan änderte Brecht die Kernaussage vom „Umgang mit Macht“, in die „Verantwortung der Wissenschaft“. So äußerte sich Galileo Galilei in Brechts Werk mit folgenden Worten: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ Ein denkwürdiger Kommentar.

Quellen und weiterer Lesestoff:

 

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Fukushima Daini – Glück und Ausdauer verhinderten die Kernschmelze

Erinnern wir uns an den 11. März zurück, prangerten in den Medien die Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi auf Bildschirmen und dem Titelblatt der Zeitungen. Stunde um Stunde bangten wir um die Zukunft Japans nach einer solchen Krise und brannten uns das Bild des Kernkraftwerks ins Gedächtnis ein. Trotz seiner japanischen Herkunft ist „Fukushima“ ein Begriff geworden, der weltweit verstanden wird. Kaum 12 Kilometer südlich von Daiichi befindet sich das Kernkraftwerk Fukushima Daini (Fukushima 2). Mit vier leistungsfähigeren Reaktoren erzeugt es eine Energie, die den sechs Reaktoren des Unglückskraftwerks ebenbürtig ist. Heute steht es durch Inspektions- und Wartungsarbeiten, sowie zahlreichen Sicherheitstests still. Das gleiche Schicksal wie Daiichi teilt es nicht, doch von Schäden und ernsthaften Risiken blieb es nicht verschont.

Das Atomkraftwerk Fukushima Daini, aufgenommen im Mai 2009. (Copyright © KEI, Lizenz: CC BY 3.0)

Die Reaktoren fuhren auch hier durch die Erschütterung automatisch herunter, während die Wellen wenige Minuten später mit hoher Intensität auf das Gelände des Meilers peitschten. Durch die großen Wassermassen streikten die Kühlsysteme der Reaktorblöcke 1, 2 und 4. Vorbeugend richtete die Regierung um Fukushima Daini eine Evakuierungszone mit einem Durchmesser von 20 Kilometern ein, die fast vollständig von der 40 Kilometer im Durchmesser messenden Zone von Fukushima I umschlossen wurde. Allein die zusätzliche Sicherheitszone von Daini forderte 30.000 Anwohner auf, ihre Heimat für einen gewissen Zeitraum zu verlassen. Laut Betreiber TEPCO gelang es den Arbeitern, die Kühlsysteme seit dem 15. März 2011 wieder in Betrieb zu nehmen, sodass die japanische Atomaufsichtsbehörde (NISA) diesen Vorfall mit der INES-Stufe 3 („Ernster Störfall“) in den Akten verbannte. Ein Expertenteam der NISA besichtigte Anfang dieses Jahres die Anlage und beschönigte den Zustand von Fukushima Daini, es sei zu keinen schweren Schäden gekommen. Die Version des Kraftwerkleiters Naohiro Masusa wirft wie zu erwarten einen Schatten auf das Kraftwerk und unterscheidet sich nicht nur in den Details von dem Bericht der Behörde. Laut ihm wurde die Kernschmelze nur durch Glück überwunden. Was geschah in diesen vier Tagen?

Die Meerwasserpumpen wurden in Kürze von den Wassermassen erfasst. Aufgrund der defekten Kühlsysteme konnte der Druck innerhalb der Reaktoren von Fukushima 2 nicht mehr kontrolliert werden, sodass die Temperatur der Kühlflüssigkeit die zulässigen 100°C überschritt. Der Notstand wurde ausgerufen, da der Druck durch die Abgabe der kontaminierten Gase in die Umwelt gesenkt werden sollte. Ähnlich wie bei Daiichi gelangte der Wasserdampf der Druckbehälter in die Sicherheitsbehälter der Reaktorblöcke. Trotz des hohen Drucks habe man allerdings keine Gase in die Umwelt abgelassen, beteuerten die Behörden der Internationalen Atomorganisation IAEA. Naohiro Masusa ist hingegen fest überzeugt, dass das Unglück durch pures Glück und den Bemühungen der Arbeiter verhindert werden konnte. Die einzige noch funktionierende Stromleitung lieferte den Arbeitern während der Katastrophe Daten über Temperatur und Wasserstand der Blöcke. Anders als bei Daiichi, dessen Werte durch bloßes Abschätzen erhoben wurden. Da die Wasserpumpen und Stromaggregate versagten, mussten über eine Länge von neun Kilometern Kabel verlegt werden. Auf der Anlage befanden sich zu diesem Zeitpunkt 2.000 Arbeiter, die die Anlage wieder mit Storm versorgten. Am Freitagabend oder an einem Wochenende hätten sich nur 40 Arbeiter auf der Anlage aufgehalten. Am 15. März konnten die Arbeiter bereits den Cold Shutdown melden, bei dem die Reaktortemperatur auf unter 100°C heruntergekühlt wurde. Bis heute ist unklar, ob die Anlage nach deren Wartung wieder in Betrieb geht. Was sich mit Sicherheit sagen lässt ist, dass ohne die Katastrophe von Fukushima Daiichi andere Kraftwerke Japans in den Vordergrund gerückt wären.

Der Querschnitt eines Kernreaktors, wie er in Fukushima I und II verbaut wurde.

Der Atommeiler Fukushima Daini ist seit 1982 in Betrieb und versorgte Japan durch vier Siedewasserreaktoren mit Strom. Auch diese Anlage blieb von der verantwortungslosen Verwaltung TEPCOs nicht verschont. Im Jahr 2002 wurde die Fälschung von Berichten über 16 Jahre hinweg aufgedeckt. Um Kosten zu sparen, vernachlässigte TEPCO die Wartung der Anlage und setzte das Personal einem hohen Risiko aus.

Quellen:

Probleme nach der Schnellabschaltung und die Beschönigung TEPCOs

Japan konnte nach Monaten der Anspannung und Ungewissheit endlich aufatmen, als Ende 2011 der „cold shutdown“ der gefährdeten Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi offiziell bestätigt wurde. Die Gefahr war gebannt, die Kontrolle über das Kernkraftwerk wiederhergestellt. Ein letztes Argument für die Medien, sich aktuelleren Vorgängen zu widmen, das Thema Atomkraft wieder herabzustufen und die Problemstelle Fukushima der Öffentlichkeit als sicher und stabil zu erklären. Doch Kritiker hüteten sich, von einer Kaltabschaltung zu sprechen, die nur zu gut das Gesicht der Verantwortlichen hinter TEPCO und japanischer Atomaufsichtsbehörde (NISA) retten konnte. Seit Mittwoch, dem 8. Februar, wissen wir, dass der „cold shutdown“ als stabile Kühlung des Reaktorkerns unter eine Temperatur von 100°C nur partiell erreicht werden konnte.

Der innere Aufbau eines Kernreaktors (beleuchtet).

Die Wärmeentwicklung nahm wieder zu. Sie erreichte keinen bedrohlichen Zustand und konnte bis auf weiteres durch eine erhöhte Wasserzufuhr und den abermaligen Zulauf von Borsäure eingedämmt werden, doch weiß Betreiber TEPCO keine Antwort auf die Zunahme der Temperatur um mehr als 20 Grad auf 72°C. Tetsuo Ito vom Atomforschungszentrum der Universität Kinki gab zu bedenken, die japanische Regierung hätte zu früh von einer geglückten Kaltabschaltung gesprochen, da es im Angesicht des unbekannten Zustands der Brennstäbe immer wieder zu ähnlichen Temperaturschwankungen kommen könne. Die Aussage Tetsuo Itos gewinnt insofern Beweiskraft, als dass ein Artikel der Wikipedia unmissverständlich betont, dass nach einer Kernschmelze, wie sie sich mit Gewissheit in Fukushima I zugetragen hatte, ein „cold shutdown“ nicht möglich sei. Zwar konnte der Kühlmittelkreislauf repariert werden, doch ist es unmöglich, die Reaktionen der Kernschmelz-Überreste vorherzusagen.

Eine sichere Kühlung des Reaktors nach dessen Schnellabschaltung ist insofern wichtig, als dass sich selbst nach Einführung der Steuerstäbe zwischen die Brennelemente der Reaktorkern durch chemische und physikalische Prozesse wieder aufheizen kann. Die sogenannte Nachzerfallswärme erreicht zwar nur ein Minimum der eigentlichen thermischen Energie bei geregeltem Betriebsablauf eines Kernreaktors, kann allerdings bei mangelnder Kühlung des Systems zu einer erneuten unkontrollierten Kettenreaktion führen. Eine von der Wikipedia bereitgestellte Tabelle informiert darüber, welche Energie ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 4000 Megawatt selbst nach seiner Schnellabschaltung erzeugen kann. Demzufolge würden nach einem Tag der Abschaltung bereits 14 Stunden ausreichen, um 2500 Kubikmeter Wasser von 15°C auf 100°C zu erhitzen. Der Abfall der Nachzerfallswärme erfolgt exponentiell, sodass erst nach einem Zeitraum von etwa einem Jahr die Brennstäbe ohne Kühlung auskommen. Dies Tatsache macht die Errichtung von Abklingbecken neben den Reaktoren für abgebrannte Brennelemente obligatorisch, auch wenn die Reaktoren von Fukushima eine geringere Leistung von 1400 bis 2300 Megawatt vor deren Abschaltung erzeugten.

Der Querschnitt eines Kernreaktors, wie er in Fukushima I verbaut wurde.

Die nunmehr ungewisse Kaltabschaltung ist indes nicht das einzige Problem, mit dem Arbeiter des Kernkraftwerks konfrontiert werden. Durch den undichten Sicherheitsbehälter sammeln sich nach wie vor kontaminierte Wassermassen im Untergeschoss von Reaktorblock 2 an. Gerade die Erhöhung der Wasserzufuhr für eine kontrollierte Kühlung fördert dieses Problem.

TEPCO als Betreiber des Kraftwerks schafft es hingegen, seine Unbeliebheit zu fördern, indem es bekannte Probleme nach wie vor unter der Verbreitung von Halbwahrheiten herunter spielt. Erst im Dezember 2011 wurde das Zerfallsprodukt Xenon in Block 2 nachgewiesen, das normalerweise Beweis genug für erneute, wenn auch marginale Kettenreaktionen ist. Der Betreiber selbst kommentierte diesen Vorfall als „natürlich“. Zudem häuften sich vergangene Woche die Meldungen von ausgetretenem radioaktivem Wasser durch Lecks und geplatzte Wasserschläuche. Die kurzweilig, überdurchschnittlich hohe gemessene Strahlung ist jedoch nicht allein gefrorener Wasserleitungen zu verschulden, sondern gleichfalls durch die Verwendung günstiger Plastikschläuche. Derartige Probleme könnten auf ein Minimum kompensiert werden, sollte TEPCO auf eigene finanzielle Interessen verzichten. Selbst zu der Temperaturzunahme in Reaktorblock 2, die die Angabe eines gesicherten „cold shutdown“ allmählich bröckeln lässt, fand ein Sprecher TEPCOs nur die Worte, die Temperatur sei unverändert.

Quellen: