Der 11. März in Bildern – Augenzeugenberichte und Dokumentationen

In diesen Stunden jährt sich die Katastrophe von 2011. Exakt ein Jahr ist vergangenen und brachte einen Umbruch der Energiepolitik Japans. Die japanische Regierung rückte für Wochen und Monate in den Mittelpunkt der Medien und präsentierte der weltweiten Öffentlichkeit ein Bild, über das die Menschen außerhalb Japans wenig Einsicht hatten. Die Katastrophe forderte nicht nur Politik und Wirtschafts heraus, sondern erzeugte einen Umbruch der Gesellschaft Japans, der bis heute andauert. Kritik, Protestbewegungen und großflächige, monatelange Sparmaßnahmen verändern den Alltag der Japaner. Das einstige Bild eines konservativen, stummen Landes beginnt zu bröckeln. Wie lange dieser Umbruch anhält, bleibt abzuwarten.

An diesem Sonntag versammelten sich die Japaner, um gemeinsam zu trauern. Während einer Gedenkzeremonie im Nationaltheater Tokios rief Premierminister Yoshihiko Noda zum Wiederaufbau. Das Kaiserpaar bedankte sich bei allen Helfern, versuchte noch einmal Mut zu machen und schickte seinem Volk die Botschaft, Lehren aus der Katastrophe zu ziehen, um sie künftigen Generationen mit auf den zu geben.

Wir nutzen diesen Tag, um die Ereignisse des 11. März erneut zu betrachten. Doch nicht mit Texten und Diskussionen, sondern mit Szenen, die uns eine neue Perspektive auf die Katastrophe gewähren. Verschiedene Augenzeugenberichte verdeutlichen uns die Situation, die vor einem Jahr im Katastrophengebiet herrschte. Wir haben uns für vier Videos entschieden, die allesamt einen anderen Blickwinkel auf das Beben und den anschließenden Tsunami geben. Im Anschluss fassen wir aktuelle Artikel von Spiegel und Stern zusammen.

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Der Japaner Yu Muroga wurde am 11. März in seinem Fahrzeug von dem Beben überrascht. Wie viele der Japaner fühlte auch er sich nicht von dem Tsunami betroffen, da sein Aufenthaltsort weit von der Küste entfernt lag. Er führte seine Fahrt daher unbeeindruckt fort. Wenige Zeit später muss er stoppen. Einige Meter voraus bahnen sich die ersten Trümmer und Lasten auf den Wassermassen ihren Weg durch die Stadt. Aus dem Auto vor ihm steigt der Beifahrer aus, um sich zu Fuß in Sicherheit zu bringen. Wenige Sekunden später werden sämtliche Fahrzeuge unterspült. Die Wagen treiben im Wasser.

Eine Person filmt mit seiner Kamera auf den sicheren Stufen einer Anhöhe die eintreffenden Wassermassen. Innerhalb kürzester Zeit werden Straßen und Gassen zu breiten Wasserläufen und Kanälen. Kurz schwenkt er zu den Anwohnern, um ihre Fassungslosigkeit festzuhalten. Die Wassermassen nehmen an Kraft zu. Wiederholt muss er seine Position wechseln, bis das Geländer der Treppe nachgibt. Neben dem dröhnenden Wasserläufen erklingen in unregelmäßigen Abständen die Sirenen des Ortes. Eine energische Stimme gibt über Lautsprecher kurze Instruktionen an die Anwohner. Das Wasser beginnt, die komplette Ortschaft zu unterspülen. Die Häuser treiben auf der schmutzigen Brühe und lösen sich von ihrer Basis. Wie gebannt verharrt die Kamera auf dieser unfassbaren Naturgewalt.

Kurze Videoaufnahmen zeigen eine Ortschaft nach der Katastrophe und die Zerstörung innerhalb der Gebäude. Anschließend rückt ein bewaldeter Hügel in das Blickfeld der Kamera. Die Perspektive ändert sich und zeigt einen Ausschnitt beim Antreffen der Wassermassen. Panisch warnen die Bewohner ihre Mitmenschen, die die nahende Gefahr noch nicht wahrnehmen. Schließlich gelingt es den Menschen, sich gemeinsam auf dem Hügel in Sicherheit zu bringen.

Eine Person filmt von einem Gebäude aus die sich auftürmenden Wellenberge im Meer. Langsam treffen die Wellen auf die Küste und überfluten das angrenzende Wäldchen, das den Ort von der Küste trennt. Wie eine Sturmflut breitet sich das Wasser über der Küste aus, sodass die Grenze zwischen Meer und Strand verschwimmt. Langsam schieben sich die Wassermassen über die Straße, die den Ort mit der Küste verbindet. Die Straße schwillt zu einem reißenden Storm an, doch die Betongebäude halten stand.

Augenzeugenberichte:

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